Aufruf des Friedensbündnis NRW zu zwei Großkundgebungen der Friedensbewegung, am 1. Oktober in Münster und am 3. Oktober in Stuttgart und Berlin
Liebe Friedensfreunde und Friedensfreundinnen,
jetzt, wo sich der Sommer langsam seinem Ende zuneigt und wir alle ein wenig Kraft schöpfen konnten, werden wir in unserem Kampf für Frieden und Abrüstung wieder ganz dringend gebraucht. Der Krieg des Westens gegen Russland (ausgetragen über die Ukraine) tobt mehr als zuvor. Wie lange Russland den ständig gesteigerten Eskalationen gegen das Land und seine Bürger noch relativ tatenlos zuschaut, ist nicht ausgemacht. Der unerträgliche Völkermord in Palästina geht unvermindert weiter, es wird nur weniger darüber berichtet. Der völkerrechtswidrige Überfall auf den Iran ist nicht beendet; die mörderische Intensität, scheint von der Tagesstimmung des US-Präsidenten abzuhängen.
Unsere Bundesregierung ist in allen Konfliktlagen an vorderster Front als Kriegstreiber mit dabei. Der Rüstungshaushalt erreicht nie gekannte Rekordhöhen, spiegelbildlich wird mit aller Gewalt ein Sozialkürzungsprogramm durchgesetzt, das alle sozialen Errungenschaften der Nachkriegszeit in Frage stellt. Dieser „Krieg im Inneren“ wird begleitet von Einschränkungen der Meinungs- und Freiheitsrechte, die unser Grundgesetz bald zur Makulatur werden lassen. Die Herrschenden betreiben einen reaktionär-militaristischen Gesellschaftsumbau, der in der Außenpolitik vor einem offenen Krieg in Europa mit Russland nicht zurückschreckt. Den Widerstand dagegen müssen wir mit allen Kräften des Friedens organisieren.
Hier der Aufruf der Organisatoren in Münster, für den 1. Oktober 2026:
In diesem Jahr wird der Westfälische Friedenspreis des WWL (Wirtschaftliche Gesellschaft Westfalen und Lippe e.V.) der NATO verliehen. Einem Militärbündnis – einem Verteidigungsbündnis?
Übergeben wird der Friedenspreis am 1.10.2026 an NATO-Generalsekretär Rutte im Saal des Westfälischen Friedens. Folgende Jurymitglieder u.a. werden zelebrieren: Bundespräsident Steinmeier, Ministerpräsident BW Özdemir, Ministerpräsident NRW Wüst und Bundeskanzler Merz, der die Laudatio halten wird. Der Geist des Westfälischen Friedens steht im Widerspruch zu dem, was die NATO praktiziert. Oder sollte es doch nur Satire sein? NEIN! Wir rufen auf zum Protest! Frieden durch Dialog – das ist die Botschaft des Westfälischen Friedens!
Die Liste der Länder, in denen die NATO-Staaten gewaltsam ihre Interessen durchsetz(t)en, ist lang: ehem. Jugoslawien, Afghanistan, Irak, Syrien, Libyen, Palästina, in diesem Jahr Venezuela, seit Jahrzehnten Kuba und wiederholt Iran. Diplomatische Initiativen oder gar Abrüstungsschritte?
Fehlanzeige! Stattdessen lobte Mark Rutte beim jüngsten NATO-Gipfel in Ankara die USA für ihren unprovozierten, völkerrechtswidrigen Angriff auf den Iran und bezeichnete ihn als „absolut notwendig“.
Die Verleihung eines Friedenspreises an die NATO ist eine Beleidigung für alle, die sich für Frieden engagieren! Schon immer wurden Gesellschaften durch Bedrohungserzählungen über einen bevorstehenden Angriff des Nachbarn manipuliert, um Aufrüstung, Umverteilung und schließlich Krieg zu akzeptieren. Diese Manipulationen werden heute als „Kognitive Kriegsführung“ systematisch und fast unbemerkt, praktiziert. Wir fordern: KEIN FRIEDENSPREIS AN DIE NATO Sei dabei!
Den Aufruf für die Friedensdemos am 3. Oktober in Stuttgart und Berlin hat die Initiative „Nie wieder Krieg“ hier veröffentlicht: https://nie-wieder-krieg.org/demo-03-10-26/